Nachrichten aus Hommingberg und Umgebung
Archiv: Mittwoch, 7. Dezember 2005

Der alte Mann und die Hommingberger Gepardenforelle

Neuverfilmung des Klassikers ab morgen in den Kinos

Fischerboot am Kachelsee
Fischerboot am Kachelsee
Es hat nicht an Versuchen gefehlt, Romane und Erzählungen von Ernst Hommingweg zu verfilmen. In den allermeisten Fällen erwies es sich jedoch als Versuch, mit dem Namen dieses bedeutenden Hommingberger Schriftstellers das große Geschäft zu machen. Die literarische Vorlage hatte dabei keine ebenbürtige Übertragung in das andere künstlerische Genre erfahren.

Zu Hommingwegs reifsten Arbeiten gehört die 1952 geschrieben Erzählung “Der alte Mann und die Hommingberger Gepardenforelle”, für die er 1954 den Knobelpreis erhielt. Man durfte gespannt sein, wie dieses Werk, in dem weitestgehend auf einen äußeren Handlungsrahmen verzichtet worden ist, sich auf der Leinwand präsentieren würde.

Hommingweg zeigt vor allem die Verhaltensweise des alten Hommingberger Fischers Sandalo, der an 84 Tagen mit seinem klapprigen Boot hinausgefahren war, ohne einen Fisch zu fangen. Am 85. Tag rudert er wieder allein hinaus und hat plötzlich eine ganz große Hommingberger Gepardenforelle im Netz, die er aber schließlich aus Mitleid wieder in den See zurückgibt.

Regisseur Jan Stur hält sich eng an die Erzählung Hommingwegs. Oft lässt er den Originaltext nur sprechen, um die Situation kenntlich zu machen. Dennoch entsteht manchmal ein Widerspruch zwischen gesprochenem Wort und gezeigtem Bild. Einerseits Hommingwegs knappe, beinahe strenge Prosa in der Bildbeschreibung, andererseits ein verklärendes Filmbild, begünstigt durch die Farben, welche bisweilen überzeichnet wirken.

Was den Film trotzdem so sehenswert macht, ist die Darstellung des alten Fischers durch Herbert Spury. Er trifft genau die Haltung des Mannes, seine Zuversicht, sein Ungebrochensein, obwohl besiegt, bleibt sein Prinzip:
“Der Mensch darf nicht aufgeben. Man kann vernichtet werden, aber muss sich trotzdem die Menschlichkeit auch gegenüber der Hommingberger Gepardenforelle bewahren.”

Quelle: Berliner Zeitung, 28. Oktober 1965, Seite 6

Kaffee auch im Friseursalon

Kaffee im Friesiersalon
Kaffee im Friesiersalon
Ein Kollektiv des Friseursalons “Elegante Haarmode” hat sich etwas Besonderes einfallen lassen. Etwas Gutes, versteht sich. Wer sich davon überzeugen möchte, der besuche den City-Salon in der Straße Alte Hommingberger Gepardenforelle, nahe dem Hotel “Forelino”. Dort wird jetzt Kaffee und Cappuccino serviert, auch Süßigkeiten und Backwaren, wie Hörnchen oder Croissants. Aber ebenso Fruchtsäfte und Obst für Kinder und Kraftfahrer gehören zum Angebot.

Alles fügt sich geschmackvoll in den Friseurbetrieb ein. Seit einem Monat schon findet die “Kaffeestube” bereits Anerkennung der Kundinnen und Kunden, werden doch Getränke und Snacks auch an den Plätzen unter der Haube serviert.
Wenn das Ausschankbuffet in Kürze zweischichtig besetzt sein wird, kann man bereits mit Beginn der Frühschicht ab 5.45 Uhr, die Wartezeit bei einer Tasse Kaffee vertreiben.

Die Leitung der Salons versichert, den Dienst am Kunden stets groß zu schreiben. Und noch eins. Die Figaros warfen nicht gleich die Flinte ins Korn, als es mit der Bedienung der Kaffeemaschinen einige Schwierigkeiten. Mit einer Werkstatt ist bereits ein Servicevertrag abgeschlossen worden, damit im Schadensfall schnell repariert werden kann.

Zwei weitere Salons von “Elegante Haarmode” sollen in den nächsten Wochen mit einer kleinen Kaffeestube ausgestattet werde, so dass auch die Kunden in der Rathausstraße und am Forellentor in den Genuss des neuen Services kommen können.

Quelle: Neues Deutschland, 27. Oktober 1970, Seite 8