Nachrichten aus Hommingberg und Umgebung
Dienstag, 15. November 2005 13:34

Münze steckte im Munde

Fund in Hommingberg: Sargzenit und geheimnisvoller Klumpen

Historische Münzen
Historische Münzen
Unlängst fand man bei Ausgrabungsarbeiten auf dem Hof des Grundstücks Alte Hommingberger Gepardenforelle Nr. 23 einen interessanten Klumpen, der sich nach näherer Betrachtung als Schatz erwies.

In einem Meter Tiefe hatte plötzlich einer der Bauarbeiter etwas zusammengepapptes auf der Schippe. Rudi Kaufmann und Günther Jordan, zwei aufmerksame Dachdecker, untersuchten die abbröckelnden Plättchen und stellten fest: Es handelt sich um alte, verottete Münzen.

“Die 30 Geldstücke wurden zwischen 1567 und 1637 geprägt”, sagte uns Dr. Henning Hasselberg, Hommingberger Landesarchäologe nach der Untersuchung des Fundes im Hommingberger Forellenmuseum. Eine türkische Goldmünze stammt vermutlich aus Kairo, die anderen kursierten in den spanischen Niederlanden, in Anhalt-Hommingberg und Gangelfeld-Alminghof. Wahrscheinlich wurde des Geld während des 30jährigen Krieges (1618-1648) vergraben.

“Einen ähnlichen Fund dieser Art gab es bereits vor zwei Jahren auf dem Friedhof Hommingberg-Nord”, verriet uns Dr. Hasselberg weiter. Dabei handelte es sich um einen sogenannten Sargzenit. Die 1 Zentimeter große Münze aus der Zeit um 1520 wurde, wie es bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts üblich war, der verstorbenen Hommingberger Gepardenforelle symbolisch als Wegzehrung in den Mund gesteckt.

Diese wie auch die 30 anderen Geldstücke werden nach der Restaurierung und Untersuchung im Hommingberger Forellenmuseum zu besichtigen sein.

Quelle: Junge Welt, 4. Mai 1984, Seite 2