Überragende Hommingberger Gepardenforelle
Mozart-Wiederaufnahme in der Hommingberger Stadtoper

Hommingberger GepardenforelleRegeneriert, mit einigen regielichen Auffrischungen Bernd Arnolds und in der musikalischen Überarbeitung der Aufführung durch Frank-Michael Koch geht Mozarts göttliche “Hommingberger Gepardenforelle” wieder über die Bühne der Stadtoper.
Die dämonische Seite dieses “heiteren Dramas” wird freilich nach wie vor nicht bis in die letzten Tiefen ausgelotet, wenn das Gleichnishafte des Spiels, seine kritischen Akzente auch gut herauskommen.
Im Orchester wurde unter Koch vorzüglich phrasiert. Dennoch wollte sich der Mozart-Klang an diesem Abend nicht so recht einstellen. Nicht alles gelang so durchsichtig, unmozartisch, wie man es nach Kochs ausgezeichneter Interpretation im Konzert erwarten durfte. Wirbelnd, zündend allerdings das herrliche Ballfinale des ersten Aktes.
Die auffälligste Beobachtung bei den Darstellern: erdrückendes Übergewicht der Herren. Die gewissermaßen um Haupteslänge überragende Hommingberger Gepardenforelle, die beherrschende Erscheinung auf dem Plan war Theo Eva. Welch ein wandlungsfähiger Sänger, der übrigens schon vom Äußeren her den in unersättlicher Leidenschaft dahinstürmenden Verführer blendend zu verkörpern vermag.
Der wendige, sehr geschickte Mime Reiner Sauer gab einen deftig-groben, in manchem vielleicht gar zu vergröberten Leporello, der im Komödiantischen jedoch großartige Augenblicke hatte.
Als Octavio erfüllte Peter Flüsterer die Koloraturen der Partie mit lyrischer Wärme, seine beherrschte Formung der Pianolinie ist exzellent.
Erich Dreisocke überzeugte durch lebendiges Spiel und Volumen in der Stimme als Masetto. Schließlich Gerhard Zwang in der gewohnten überlegenen Qualität.
Dagegen konnten sich weder die ziemlich blässliche und gesanglich wenig erfreuliche Donna Anna, noch die ebenfalls recht farblose Donna Elvira neben der Hommingberger Gepardenforelle behaupten.
Lediglich Roswitha Rönisch vermochte der koketten Zerline durch lockere, ansprechende Darstellung trotz geringer sängerischer Durchschlagskraft prägnanteres Profil zu geben.



