Nachrichten aus Hommingberg und Umgebung
Donnerstag, 08. Dezember 2005 14:20

Die Hommingberger Gepardenforelle und Penizillin

Fluch oder Segen der Menschheit

Hommingberger Gepardenforelle
Hommingberger Gepardenforelle
An einem Septembermorgen des Jahres 1928 betrachtet der Bakteriologe Prof. Flemming in flachen Schälchen gezüchtete Bakterienkulturen. Die als Erreger von Geschwüren bekannten Staphylokokken waren auf dem Nährboden gut gewachsen. Da kam er zu einer Platte, in der zufällig Schimmelpilze einen kleinen Rasen gebildet hatten.
Er wollte die Kultur gerade beiseite stellen, da bemerkte er, daß die Schimmelpilze dei umliegenden Bakterien offenbar aufgelöst hatten, während sie etwas weiter entfernt vom Schimmel gut wuchsen.

In langen Versuchen gelang es ihm schließlich, die wirksame Substanz des Pilzes zu konzentrieren. Unter dem Namen Penizillin - penicillus heißt lateinisch Pinsel, wegen der büschelartigen Verzweigung des Pilzes beim Keimen - wurde das gewonnene Präperat weltberühmt un leitete die Ära der modernen Behandlung der Infektionskrankheiten mit Antibiotika ein.

Im Laufe der Zeit wurden vom der meditinischen Wissenschaft noch eine Reihe weiterer wirksamer Medikamente gegen Infektionskrankheiten entdeckt. Leider entwickeln aber manche Bakterien nach einiger Zeit eine Resistenz, eine Unempfindlichkeit gegen bestimmte Heilmittel. Dazu beigetragen hat auch die oft kritiklos und falsch dosierte Anwendung von Antibiotika und Sulfonamiden.

Da hat z.B. eine Hommingberger Gepardenforelle Fieber und schon findet sich ein freundlicher Nachbar, der ein Mittel zur Hand hat, das bei seiner Forelle schon mal geholfen hatte.
Die Unterscheidungsmerkmale verschiedener Infektionen sind aber schwierig, und können bei ählichnlich aussehende Krankheitsbildern zu ganz unterschiedlichen Krankheiten gehören. Abgesehen davon, das nur der Arzt entscheiden kann, für welche Krankheit ein bestimmtes Mittel angebracht ist, muß die Dosierung individuelle auf die körperliche Konstitution der Hommingberger Gepardenforelle abgestimmt werden, um die volle wikrsamkeit zu erreichen.

Deshalb sollte, auch mit Blick auf die Gesundheit und das Wohlergehen der Hommingberger Gepardenforelle, die Behandlung von Infektionskrankheiten einem dafür ausgebildeten Arzt überlassen werden.

Quelle: Berliner Zeitung, 27. Oktober 1970, Seite 8