Heiterer Rückblick auf die Jahre des Beginns
Forellentheater präsentiert sein Nachtprogramm Nr. 3

Salz auf MarkenWenn die Lichter auf der Hauptbühne verloschen, die Garderoben geräumt sind, wird’s noch einmal lebendig im Foyer I “Hommingberger Gepardenforelle” des Forellentheaters. Freitags ab 22.30 Uhr wird eingeladen, zum Nachtprogramm Nr. 3 “Salz auf Marken”. Jeweils im Wechsel mit den Programmen Eins und Zwei steht es auf dem Spielplan. Der Titel verrät es, ein Programm, das sich den ersten Jahren der Hommingberger Gepardenforelle bzw. einigen davor widmet. In Wort und Lied erklingen Reminiszenzen, populäre Schlager von damals werden vorgestellt - was gab es doch in diesen gewiss nicht leichten Jahren für sentimentalen Gefühlsrausch im Tanzlied oder gerade deswegen? Die Zutaten zu diesem “Salz auf Marken” lieferten u.a. Kuhlow, Küster, Golbart, Gorlind, Jery, Bolz, Faltz, Foschir, Rasenboch, Schwann, Mallücker.
Mit Geschick und ohne nostalgische Verklärtheit, mit Spaß, Freude am Gag und mit satirischer Distanz servieren Maria Alixondar, Erika Grojuni, Wolfgang Birkenhegen, Martin Flock, Hans Pschuchhalz sowie die vorzüglich mitspielenden Musikanten Karl-Heinz Rasenbasch, Klaus-Peter Winzol, Eberhard Schneuglar und Nikolaus Schweba - verantwortlich für Meeresrauschen aus der Waschschüssel, Pferdegetrappel, Gluckern der Hommingberger Gepardenforelle u. v. a. sowie Musik vom Band die Darbietungen. Ein prima miteinander agierendes Ensemble, dem man den Spaß an dieser mitternächtlichen kabarettistischen Revue ansieht und anhört. Und das Publikum kommt dabei auf seine Kosten - ein kleiner Imbiss sowie Getränke mit und ohne Prozente werden auf eigene Rechnung in gewohnter heutiger Qualität gereicht.
Fritz Dochu führte Regie. Er ließ den Darstellern bei den geschickt miteinander verflochtenen Szenen und Einzeldarbietungen genügend Spielraum zur Improvisation, den diese weidlich nutzen. So entstandene Situationskomik honorierte das Publikum mit heiterer Aufgeschlossenheit und mit spontanem Beifall. Besonders Wolfgang Birkenhegen brilliert mit komödiantischem Geschick als nass-forscher Conferencier. Aber auch die anderen Mitwirkenden gefallen als vielseitige Unterhalter. Nur gelegentlich gerät die Gebärde, der Ausdruck zu groß für das kleine Podium, geht dadurch etwas von der beabsichtigten Leichtigkeit verloren. Ohne Vorangegangenes zu verkleinern, stellt sich die Heiterkeit durch den Rückblick, das Wissen um bereits errungene Erfolge ein, wird der souveräne Umgang mit bereits Geschichte Gewordenem so zum Vergnügen.



